Eltern & Großeltern als Co-Entscheider – so passt sich Ihre Lehrstellen-Kommunikation an

In Österreich spielen Eltern und auch Großeltern eine entscheidende Rolle bei der Berufswahl. Für minderjährige Lehrlinge sind Eltern nicht nur beratende Begleiter, sondern rechtlich erforderlich: Ohne ihre Zustimmung kommt kein Lehrvertrag zustande. Wer also Lehrlinge gewinnen möchte, muss auch diese Zielgruppe gezielt ansprechen und Vertrauen schaffen.

Warum Eltern & Großeltern so wichtig sind

Eltern zählen nach wie vor zu den wichtigsten Begleiter:innen bei der Berufswahl ihrer Kinder. Aktuelle österreichische Studien zeigen: Haltungen und Erwartungen im Elternhaus prägen Bildungs- und Berufsentscheidungen stark – von der Wertschätzung praktischer Ausbildung bis zur Einschätzung von Aufstiegschancen. Jugendliche selbst berichten von engen, positiven Beziehungen zu ihren Eltern – ein Hebel, den Unternehmen in der Ansprache nutzen sollten.

Welche Fragen Eltern (und Großeltern) wirklich bewegen

Viele Eltern stellen sich bei der Entscheidung für eine Lehre vor allem die Frage, ob diese Ausbildung eine sichere Zukunft mit echten Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten bietet. Daher ist es wichtig, dass Unternehmen transparente Informationen über Lehrgänge, die Möglichkeit einer Lehre mit Matura oder den Weg zum Meistertitel bereitstellen. Hinzu kommt das Thema Einkommen: Eltern wollen wissen, wie hoch die Entlohnung während der Ausbildung ist, welche Prämien es gibt und ob eine langfristige Übernahme wahrscheinlich ist. Ebenso spielt die Ausbildungsqualität eine Rolle – also wie gut Betreuung, Struktur und Rahmenbedingungen im Betrieb aufgestellt sind. Nicht zu unterschätzen ist außerdem die Regionalität: Kurze Wege und die Vereinbarkeit mit Schule und Familie sind oft entscheidend. Und schließlich rückt die Sinnfrage stärker in den Fokus – viele Eltern suchen nach Arbeitgebern, die Werte vermitteln und gesellschaftlich relevante Beiträge leisten.

So gestalten Sie wirkungsvolle Eltern-Kommunikation

  1. Übersetzen statt werben
    Formulieren Sie klare Leistungsversprechen in Alltagssprache – „Wovon lebt mein Kind? Wie geht’s nach der Lehre weiter?“ – unterstützt durch valide Kennzahlen (z. B. Ausbildungsplätze, Abschlussquote, Übernahme).
  2. Karrierewege sichtbar machen
    Visualisieren Sie Aufstiegsleitern (Jahr 1–4, danach Fachspezialisierung/Meister, Fortbildung). Verlinken Sie zusätzlich auf neutrale Quellen (bspw. ibw-Report), um Vertrauen zu stärken.
  3. Eltern-Testimonials & Mentoren
    Setzen Sie kurze O-Töne von Eltern und Ausbilder:innen ein („Warum wir die Lehre empfehlen“). Das spricht Großeltern ebenso an und reduziert Unsicherheit und bietet ein hohes Maß an Authentizität.
  4. Informationsformate mit echter Nähe
    Neben klassischen Infoveranstaltungen für Jugendliche sind gezielt auf Eltern abgestimmte Formate sinnvoll. Besonders wirksam sind Eltern-Infotage, die parallel zu „Open House“-Veranstaltungen stattfinden, sowie digitale Angebote wie WhatsApp-Sprechstunden oder abendliche Webinare mit Ausbilder:innen und Lehrlingen. Auch strukturierte Schnuppertage, bei denen die Eltern Rückmeldungen erhalten, wirken vertrauensbildend und erleichtern Entscheidungen.
  5. Transparenz bei Geld & Benefits
    Listen Sie Lehreinkommen, Zulagen, Fahrtkostenzuschuss, Verpflegung und Boni tabellarisch und weisen Sie die Übernahmequote der letzten 3 Jahre aus. Zahlen wirken überzeugend und werden von Eltern aktiv gesucht.
  6. Kanäle, die Eltern tatsächlich erreichen
    Die Elterngeneration informiert sich anders als Jugendliche. Regionale Medien und Newsletter haben eine hohe Glaubwürdigkeit und starke Reichweite in Kärnten, der Steiermark und darüber hinaus. Auch Facebook und lokale Online-Communities sind für diese Zielgruppe relevant, während Kooperationen mit Schulen, AMS und WKO-Netzwerken zusätzliche Sichtbarkeit bieten.
  7. Content-Bausteine für Ihre Landingpage
    Wer Eltern online abholen möchte, sollte auf eine klare Struktur setzen. Empfehlenswert sind kurze Übersichten mit „5 Gründen für die Lehre bei uns“ sowie eine gut gegliederte FAQ-Sektion, die die wichtigsten Fragen zu Einkommen, Aufstieg und Betreuung beantwortet. Ergänzend wirken Downloads wie Ausbildungspläne, Checklisten für Schnuppertage und Fahrpläne vom Bewerbungsprozess bis zur Übernahme. Erfolgsgeschichten ehemaliger Lehrlinge runden das Bild ab und schaffen emotionale Nähe.