Österreichs Wirtschaft 2026

Uwe Sommersguter und Manfred Neuper
Mehr als zwei Jahre lang verharrte Österreichs Wirtschaft in der Rezession. Der zarte Aufschwung lässt Unternehmen und Arbeitnehmer für 2026 hoffen. Zurecht?
Mehr als zweieinhalb quälende Jahre verharrte die österreichische Wirtschaft letztlich in der Rezession. Mit entsprechend negativen Folgen auf den Arbeitsmarkt, die Investitionstätigkeit und auch die Staatsfinanzen.
Zumindest den zermürbenden wirtschaftlichen Schrumpfkurs konnte Österreich nun hinter sich lassen. Man sehe „Licht am Ende des Tunnels“, heißt es seitens des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo). Aber hat 2026 auch das Zeug dazu, mehr als ein Mini-Wachstum hervorzubringen?
„Kein stürmischer Aufschwung“
Die prognostizierte Bandbreite ist eng, das Bruttoinlandsprodukt (BIP), also die Gesamtwirtschaftsleistung im Land, soll um rund ein Prozent zulegen. Das ist, auch im EU-Vergleich, kein großer Sprung, aber immerhin die Rückkehr auf einen „zarten Wachstumspfad“.
Noch eine Spur höher taxiert das Wifo das Erholungspotenzial im neuen Jahr. Kein „stürmischer Aufschwung“, aber sehr wohl Licht am Ende des Tunnels. Und ein Wachstum leicht über dem Durchschnitt der Eurozone.
Zwei Jahre bewegte sich Österreichs Wirtschaft im Rückwärtsgang. Erst 2025 wurde der fatale Abwärtstrend gestoppt. Allerdings: Für eine Extraportion Optimismus besteht kein Anlass. Die Lage sei allgemein weiter herausfordernd. Der Konsum springt nur zögerlich an, der Staat muss sich budgetbedingt in Zurückhaltung üben, und der wieder anspringende Exportmotor hängt stark an den globalen Entwicklungen. „Die Risiken sind nach wie vor groß.“
Neben geopolitischen Konflikten könnten die, relativ gesehen, hohe Inflation und die Budgetkonsolidierung der öffentlichen Hand die heimische Konjunktur bremsen.
Besonders erfreulich ist hingegen die allmähliche Erholung der Investitionstätigkeit, die aber im Vergleich zu Boomjahren der Vergangenheit schwach ausfällt. Gestützt werden die Anlageinvestitionen auch dadurch, dass die Industrie den Tiefpunkt durchschritten haben dürfte und die Exporte sowie die industrielle Bruttowertschöpfung im Sog der Weltwirtschaft wieder zulegen.
„Eurozonenwirtschaft ist widerstandsfähig“
Im Vergleich zu den internationalen Wachstumsraten nimmt sich die Entwicklung in Österreich noch etwas verhalten aus. 2026 verkleinert sich diese Differenz jedoch deutlich. Die Europäische Zentralbank geht für den Euroraum von Wachstum aus. EZB-Präsidentin Christine Lagarde betont dennoch: „Die Eurozonenwirtschaft ist widerstandsfähig.“ Die inländische Nachfrage werde „Hauptmotor des Wachstums in den kommenden Jahren sein, die Staatsausgaben für Infrastruktur und Verteidigung sollten die Investitionen stützen“.
Schlag auf Schlag ist es in den vergangenen Monaten auch in zahlreichen Unternehmen gegangen, insbesondere in der Industrie, wo viele Leitbetriebe große Personalabbaupakete in Gang gesetzt haben.
Rückgang der Arbeitslosigkeit? Wohl erst in zweiter Jahreshälfte
Die entscheidende Frage für das neue Jahr lautet daher auch: Hat diese leichte Konjunkturaufhellung auch das Zeug dazu, für eine Trendwende auf dem Arbeitsmarkt zu sorgen? Die Beschäftigung dürfte ab 2026 wieder etwas stärker steigen und die Arbeitslosigkeit – unterstützt durch die demografische Entwicklung – sinken. Eine schlagartige Erholung ist freilich nicht in Sicht. In der ersten Jahreshälfte wird noch mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit gerechnet, erst ab der Jahresmitte mit einem Rückgang.
„2026 muss ein Jahr der Weichenstellungen sein, national und europäisch.“ Das gesamtwirtschaftliche Defizit bleibt hoch, weshalb Österreich ab 2027 stark auf die fiskalische Bremse treten müsse – mit potenziell dämpfenden Effekten auf die Konjunktur.
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