GASTKOMMENTAR von Sandra Zach-Rabl

Regionale Verbundenheit als Recruiting-Vorteil

In Zeiten von Fachkräftemangel und zunehmender Mobilität sowie Globalisierung stellt sich für Unternehmen die Frage: Wie können wir Mitarbeitende und Talente gewinnen, die nicht nur fachlich und persönlich passen, sondern auch langfristig bleiben? Eine Antwort liegt näher, als viele denken – im wahrsten Sinne des Wortes. Regionale Verwurzelung und Standortverbundenheit können hier einen klaren Vorteil im Recruiting darstellen.

Warum zählt regionale Bindung?

Menschen suchen nicht nur einen Job, sondern ein Arbeitsumfeld, das zu ihren Werten und Bedürfnissen passt. Kurze Wege, vertraute Strukturen und die Nähe zu Familie und Freunden sind für viele Bewerberinnen und Bewerber ein starkes Argument. Gerade in ländlichen Regionen oder kleineren Städten spielt die Lebensqualität eine zentrale Rolle: weniger Pendelstress, mehr Freizeit, ein Gefühl von Zugehörigkeit. Zudem gewinnt das Thema Nachhaltigkeit auch für jüngere Generationen zunehmend an Bedeutung, durch geografische Nähe lässt sich oftmals leichter auf das Auto verzichten. Studien zeigen, dass Mitarbeitende mit regionaler Bindung und Nähe loyaler sind und seltener kündigen – ein klarer Vorteil für Unternehmen.
Heimat ist zudem mehr als ein geografischer Begriff. Sie steht für Identität und Zugehörigkeit. Wer sich mit einer Region verbunden fühlt, bringt oft ein starkes Netzwerk mit – und genau das kann auch für den Arbeitgeber wiederum von großem Nutzen sein.

Branchenunterschiede: Nähe ist nicht überall gleich wichtig

Natürlich ist die Bedeutung regionaler Nähe nicht in jeder Branche gleich und auch nicht für alle Funktionen gleichermaßen notwendig. In globalen Großkonzernen spielt Regionalität oftmals weniger eine Rolle. In Bereichen wie Produktion, Medizin oder Pflege ist physische Präsenz Voraussetzung – hier sind kurze Wege ein klarer Wettbewerbsvorteil. Dennoch: Selbst in vielen anderen Berufen, wo Remote Work längst etabliert ist, spielt Standort oft eine große Rolle. Viele Mitarbeitende schätzen hybride Modelle, die Flexibilität mit einem regionalen Anker verbinden. Unternehmen, die beides bieten – Homeofficemöglichkeit und ein attraktives Büro mit regionaler Identifikation und Teamzusammenhalt vor Ort – punkten doppelt.

Standortfaktoren als Entscheidungskriterium

Die Attraktivität einer Region beeinflusst die Wahl des Arbeitgebers. Gute Infrastruktur, Kinderbetreuung, Freizeitangebote und Wohnraum sind zusätzlich zu den Inhalten der Tätigkeit oft entscheidende Faktoren. Betriebe können hier ansetzen: Kooperationen mit lokalen Dienstleistern, Unterstützung bei Wohnungssuche oder Kinderbetreuung und die Betonung regionaler Lebensqualität im Employer Branding sind starke Argumente.

Wie können Unternehmen diesen Vorteil nutzen?

  1. Regionale Präsenz zeigen: Ob auf lokalen Jobmessen, in Vereinen oder bei Events – wer sichtbar ist, wird wahrgenommen. Authentische Geschichten aus dem Arbeitsalltag, geteilt über regionale Medien oder Social Media, schaffen Nähe und Vertrauen.
  2. Attraktive Benefits für Mitarbeitende entwickeln und kommunizieren: zum Beispiel Sport-/Gesundheitsangebote, Kooperationen mit umliegenden Gastronomie- und Handelsbetrieben, Rabattangebote bei regionalen Unternehmen, Zuschüsse für öffentliche Anreise oder Unterstützung bei der Kinder-/Ferienbetreuung sind Angebote, die das Leben vor Ort erleichtern und die Attraktivität steigern.
  3. Employer Branding regional denken: Botschaften, welche die regionale Identität betonen, wirken direkt und persönlich.

Fazit zur Regionalität im Recruiting

In einer Welt, die immer digitaler, schnelllebiger und globaler wird, wächst gleichzeitig bei vielen der Wunsch nach Vertrautem. Unternehmen, die diese emotionale Komponente verstehen und aktiv in ihre Recruiting-Strategie integrieren, sichern sich nicht nur neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, sondern auch langfristige Bindung. Regionale Verbundenheit kann hierbei zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil werden.

Zu Sandra Zach-Rabl

Kleine Zeitung PR Portrait Sandra Zach Rabl Iventa

Sandra Zach-Rabl ist Director Personalberatung bei Iventa Management Consulting GmbH und für den Standort in Graz verantwortlich. Seit 18 Jahren begleitet sie erfolgreich Unternehmen in Südösterreich sowie auch österreichweit aus unterschiedlichen Branchen in der Personalsuche. Ihr Schwerpunkt liegt in der anspruchsvollen Besetzung von Schlüsselpositionen, sowohl im Management-/Führungskräftebereich als auch Spezialist*innenfunktionen.

Die Iventa Group ist ein international tätiges HR-Consulting-Unternehmen mit Standorten in Österreich, Deutschland, der Schweiz und Rumänien. Seit 35 Jahren begleiten wir Organisationen im gesamten DACH-Raum in den Bereichen Personalberatung, Recruiting, Employer Branding und Organisationsentwicklung.

Webseite: www.iventa.eu