Was gehört zu einem umfangreichen Onboarding?

Der Einstieg neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist ein sensibler Moment für jedes Unternehmen. In dieser Phase entscheidet sich, wie schnell neue Kolleginnen und Kollegen in ihren Aufgaben ankommen, wie verbunden sie sich mit der Organisation fühlen und ob sie langfristig bleiben. Studien zeigen, dass gut strukturierte Onboarding Programme einen deutlichen Unterschied machen. Eine Auswertung, die unter anderem auf Daten der Harvard Business Review 2018 basiert, kommt zu dem Ergebnis, dass Unternehmen mit standardisiertem Onboarding die Bindung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um rund 50 Prozent erhöhen und ihre Produktivität um mehr als 60 Prozent steigern können.
Gleichzeitig geht man davon aus, dass ein relevanter Teil aller Kündigungen bereits in den ersten Wochen und Monaten erfolgt, wenn neue Teammitglieder sich nicht abgeholt fühlen oder in Informationsfluten untergehen. Ein umfangreiches Onboarding ist daher kein Extra, sondern ein strategischer Baustein für Unternehmenserfolg.
Onboarding beginnt vor dem ersten Arbeitstag
Ein modernes Onboarding setzt schon an, bevor die neue Kollegin oder der neue Kollege das Büro betritt. In der Preboarding Phase geht es darum, Unsicherheiten zu reduzieren und Vertrauen aufzubauen. Dazu gehören zum Beispiel ein klarer Ablaufplan für die ersten Tage, Informationen zu Ansprechpersonen, technische Zugänge und erste Einblicke in das Unternehmen. Fehlende Rollen- und Erwartungsklarheit gehört zu den größten Stressfaktoren in den ersten Wochen. Wer hier früh informiert und Orientierung bietet, senkt das Risiko für Frustration und frühe Kündigungen deutlich. Preboarding ist also weit mehr als ein formaler Akt, es ist der erste Baustein für eine gelungene Zusammenarbeit.
Ein Willkommenstag, der Orientierung gibt: der Kleine Zeitung Welcome Day
Ein zentrales Element eines umfangreichen Onboardings ist ein strukturierter erster Tag oder ein eigenes Willkommensformat. Die Kleine Zeitung hat dafür den Welcome Day etabliert. Neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verbringen einen Tag im Skyroom des Styria Media Centers in Graz. Dort erhalten sie einen Einblick in die Strategie der Kleinen Zeitung durch die Geschäftsführerin Xenia Daum und lernen die verschiedenen Bereiche des Unternehmens kennen.
Besonders wichtig ist der Blick in das Herz des Medienhauses: Eine Führung durch den Newsroom macht sichtbar, wie Themen entstehen, wie redaktionelle Prozesse funktionieren und wie eng unterschiedliche Abteilungen zusammenarbeiten. Parallel dazu gibt es Zeit für Austausch. Neue Kolleginnen und Kollegen können sich über ihre ersten Wochen im Unternehmen unterhalten, Fragen stellen und ihr Netzwerk von Anfang an aufbauen.
Der Welcome Day erfüllt damit mehrere Funktionen gleichzeitig: Er vermittelt fachliche und organisatorische Orientierung, macht Unternehmenskultur erlebbar und stärkt von Beginn an das Gefühl, Teil eines größeren Ganzen zu sein.
Unternehmenskultur erleben: der Styria Onboarding Day
Die Styria Media Group geht mit dem Styria Onboarding Day noch einen Schritt weiter. Es gibt sowohl nationale Onboarding Days als auch internationale Onboarding Days für Kolleginnen und Kollegen aus Österreich, Kroatien und Slowenien. Mehrere Dutzend Teilnehmerinnen und Teilnehmer unterschiedlicher Marken kommen dabei im Styria Media Center zusammen.
Im Mittelpunkt steht das Eintauchen in das Styria Universum: Neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter lernen die Vielfalt der Unternehmensgruppe kennen, von Tageszeitungen über Radiosender bis zu Digitalunternehmen. In Quizformaten, Gesprächen mit dem Vorstand, einer Hausführung und dem World Café mit Managerinnen und Managern verschiedener Konzerngesellschaften geht es nicht nur um Zahlen und Strukturen, sondern um Menschen, Hintergründe und Entscheidungen.
Der Styria Onboarding Day ist bewusst dialogorientiert gestaltet. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer tauschen sich untereinander aus, sprechen mit Führungskräften über Karrierewege, die Zukunft eines Medienhauses oder persönliche Erfahrungen im Konzern. Rückmeldungen aus den Events zeigen, dass viele diesen Tag als Bestätigung für ihre Jobentscheidung erleben, weil spürbar wird, welche Bedeutung Zeit, Wertschätzung und Begegnung im Konzern haben.
Wissen vermitteln in sinnvollen Etappen
Ein umfassendes Onboarding bedeutet nicht, möglichst viele Informationen in kürzester Zeit zu präsentieren, denn dies kann zu Überforderung und verschlechterter Wissensanreicherung führen. In der Praxis hat sich ein Mix aus kurzen Schulungen, Selbstlernmaterialien, ersten klar abgegrenzten Aufgaben und begleitenden Gesprächen bewährt. Wichtig ist, dass neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verstehen, wie das neu vermittelte Wissen in ihrem konkreten Arbeitsalltag eine Rolle spielt. Ein Unternehmensrundgang, ein Blick hinter die Kulissen, kurze Inputs zu Produkten oder Zielgruppen und praktische Einführung in Tools sind oft wirksamer als lange Präsentationsblöcke.
Begleitung, Feedback und die Rolle von Beziehungen
Onboarding endet nicht nach dem Welcome Day. In den Wochen danach stellt sich im Alltag heraus, wie gut neue Kolleginnen und Kollegen tatsächlich ankommen. Kontinuierliche Begleitung durch Führungskräfte und Kolleginnen oder Kollegen ist deshalb ein weiterer wichtiger Baustein. Viele Organisationen arbeiten mit Patinnen und Paten oder Buddy Programmen, die Fragen des Alltags auffangen und helfen, informelle Spielregeln besser zu verstehen. Regelmäßige Feedbackgespräche mit der Führungskraft geben zusätzliche Sicherheit, klären Erwartungen und bieten Raum für Anpassungen.
Fazit: Das gehört zu einem umfangreichen Onboarding
Zusammengefasst lässt sich sagen: Ein wirklich umfangreiches Onboarding umfasst mehr als einen kurzen Rundgang am ersten Tag. Es beinhaltet:
- eine strukturierte Preboarding Phase mit klaren Informationen und Erwartungen
- einen Welcome Day oder Einstiegstag, der Orientierung gibt und Unternehmenskultur sichtbar macht
- eine Etappenplanung für Wissensvermittlung, statt einmaliger Informationsflut
- persönliche Begleitung durch Führungskräfte und Kolleginnen oder Kollegen
- Möglichkeiten zum Netzwerken über Teams und Marken hinweg
Unternehmen, die Onboarding als strategisches Investment in Menschen verstehen, schaffen nicht nur bessere Startbedingungen, sondern legen auch den Grundstein für langfristige Zusammenarbeit und erfolgreiche Teams.


