KI in der Redaktion

Wenn Künstliche Intelligenz immer besser darin wird, Texte zu verfassen, stellt sich auch im Journalismus eine entscheidende Frage: Wer schreibt eigentlich die Beiträge, die wir täglich lesen? Gerade bei einem Medium wie der Kleinen Zeitung, das für glaubwürdigen und qualitativ hochwertigen Journalismus steht, ist diese Frage von besonderer Bedeutung. Leser:innen wollen darauf vertrauen können, dass hinter den Inhalten journalistische Recherche, Einordnung und Verantwortung stehen. Und auch für Werbemarktkund:innen ist relevant, in welchem redaktionellen Umfeld ihre Marke erscheint und wie diese Inhalte entstehen. Welche Rolle spielt KI also tatsächlich in der Redaktion der Kleinen Zeitung? Georg Lux, Digitalchef der Kleinen Zeitung, erklärt, wo KI zum Einsatz kommt und warum der Mensch dabei die entscheidende Instanz bleibt.
Schreiben die Redakteur:innen der Kleinen Zeitung ihre Beiträge mit KI?
Nein. KI wird im Redaktionsalltag aber unterstützend eingesetzt, wenn es etwa um das Korrigieren von Texten geht. Sie hilft uns, Rechtschreib- und Grammatikfehler aufzuspüren, und macht auf „Verheber“ bei Zahlen aufmerksam, also wenn in einem Text zum Beispiel einmal von „1000“ und in weiterer Folge im selben Zusammenhang aber von „100“ die Rede ist. Auch die Zusammenfassungen unserer Digitalbeiträge („In Kürze“) werden mit KI-Hilfe erstellt, von unseren Redakteurinnen und Redakteuren aber kontrolliert und bei Bedarf editiert.
Bei allen KI-Anwendungen in der Redaktion gilt generell und verpflichtend „Human in the Loop“: Der Mensch ist die letzte Instanz. Nichts geht ohne Kontrolle durch Redakteurinnen und Redakteure online oder in Druck. Von der KI erstellte Karikaturen (zeichnen kann „die Maschine“ zugegebenermaßen wirklich gut) werden gemäß der Europäischen KI-Verordnung als solche gekennzeichnet. Das haben wir auch schon vor Inkrafttreten der Regelung so gehandhabt. Wir arbeiten darüber hinaus ausschließlich in „geschlossenen KI-Systemen“ – sensible Daten bleiben immer im Haus. KI-Antworten sind für unsere Recherchen ebenso wenig eine zulässige Quelle, wie es bisher Wikipedia-Artikel waren.
KI wird Journalismus nie ersetzen, kann ihn aber unterstützen. Sie ist ein wichtiges Werkzeug, um bei täglichen Routinen in der Redaktion effizienter zu werden. Damit können sich Redakteurinnen und Redakteure auf das konzentrieren, was Qualitätsjournalismus ausmacht: auf den Kontakt von Menschen mit Menschen, auf kritisches Fragen und aufmerksames Zuhören, auf das Bemühen, Ereignisse und Entwicklungen einzuordnen und zu erklären.
Über Georg Lux

Georg Lux ist seit 2021 Digitalchef der Kleinen Zeitung und seit 2024 standortübergreifend in dieser Funktion tätig. Er koordiniert zudem die Alpe-Adria-Berichterstattung und ist als Buchautor bekannt. 2024 wurde er für seine Arbeit mit dem „Golden Pen Media Award“ ausgezeichnet.



