Lehre in Österreich

Zwischen Tradition und Imageproblem – wie Kommunikation den Unterschied machen kann
Österreichs duales Ausbildungssystem, die Lehre, gilt als bewährter Weg in eine praxisorientierte Berufskarriere. Für Unternehmen, gerade in Kärnten und der Steiermark, ist sie nicht nur ein Beitrag zur Fachkräftesicherung, sondern ein entscheidender Faktor für Wettbewerbsfähigkeit. Doch trotz dieser Bedeutung leidet die Lehre unter einem hartnäckigen Imageproblem. Wie groß sind die Herausforderungen wirklich und was können Unternehmen mit gezielter Kommunikation bewirken?
Aktueller Stand der Lehre in Österreich
Laut WKO wurden 2025 in Österreich rund 102.878 Lehrlinge in etwa 26.429 Lehrbetrieben ausgebildet. Trotz dieser soliden Basis bleiben viele Lehrstellen unbesetzt, während gleichzeitig Unternehmen über Fachkräftemangel klagen.
Warum Kommunikation entscheidend ist
Das Imageproblem der Lehre hängt stark mit Wahrnehmung und fehlender Information zusammen. Noch immer gilt für viele Eltern und Jugendliche das Studium als „bessere“ Option. Dabei bietet die Lehre vielfältige Karrierewege, wie die Lehre mit Matura, eine anschließende Meisterausbildung oder neuen Möglichkeiten der Höheren Beruflichen Bildung (HBB). Genau hier können Unternehmen ansetzen: durch klare, authentische und gezielte Kommunikation.
Wer als Betrieb transparent über Karrierechancen, Arbeitsbedingungen und Entwicklungsmöglichkeiten informiert, hebt sich positiv ab. Eltern und Lehrer:innen sind wichtige Multiplikatoren. Werden sie überzeugt, steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass Jugendliche die Lehre als attraktive Wahl sehen. Erfolgreiche Kommunikation zeigt nicht nur, dass ein Unternehmen Lehrlinge ausbildet, sondern auch, wie es das tut: mit moderner Ausstattung, Weiterbildung oder klaren Perspektiven.
Handlungsmöglichkeiten für Unternehmen
Um das Image der Lehre zu verbessern und mehr Jugendliche zu erreichen, sind besonders diese Schritte wirkungsvoll:
- Karrierewege sichtbar machen: Transparente Informationen über Aufstiegsmöglichkeiten, Weiterbildung, Höhere Berufliche Bildung (HBB) und Gehalt.
- Schulkooperationen und Elternarbeit: Workshops, Praktika und Infoabende schaffen Vertrauen.
- Lehrlinge als Botschafter einsetzen: Junge Menschen berichten am authentischsten über ihren Weg.
- Moderne Arbeitsbedingungen zeigen: Digitalisierung, Innovation und flexible Modelle kommunizieren.
- Regionale Verankerung betonen: Vor allem in Steiermark und Kärnten ist die Nähe zur Region ein starkes Argument.
Fazit zur Lehre in Österreich
Die Lehre ist heute moderner, vielfältiger und durchlässiger denn je. Dennoch entscheidet nicht allein das Ausbildungsangebot darüber, ob sich Jugendliche für einen Lehrberuf begeistern – sondern auch, wie Unternehmen darüber sprechen. Wer Karrierechancen, Entwicklungsmöglichkeiten und die Qualität der Ausbildung authentisch kommuniziert, stärkt nicht nur die Lehrlingsgewinnung, sondern auch die eigene Arbeitgebermarke. Gleichzeitig zeigt ein Blick auf die Entwicklung der vergangenen Jahre, wie stark sich die Lehre verändert hat und welche neuen Perspektiven sie heute bietet (siehe: „Lehre früher und heute: Was hat sich getan?“).



